1. Baugeschichte des Kolleges Straubing
2. Die Vorgänge im Einzelnen
1. Baugeschichte des Kolleges Straubing
Zur Einrichtung der Ordensniederlassung in Straubing474 als Residenz erfolgten zunächst Um- und Ausbauten bereits vorhandener Gebäude. Die Baumassnahmen bestanden im Umbau der alten Propstei; dem Umbau und der Instandsetzung des Kastenhofes 1646/47; im Ausbau der Gebäude der alten Propstei zum neuen Gymnasium 1647 bis 1650; dem Innenausbau der Kolleggebäude mit Wandelgängen und Gewölben und Anbau/Umbau eines weiteren angrenzenden Gebäudes 1666/67.
Die Voraussetzungen für den Kollegbau in Straubing waren wegen des späten Zeitpunktes der Gründung (1631, bzw. 1650) ungünstiger als bei den vergleichbaren anderen unter Maximilian erfolgten Kolleggründungen. Das Kolleg Straubing konnte sich mit den anderen maximilianischen Kollegien nur in der Frage der institutionellen Ausstattung messen, nicht aber in baulicher Hinsicht. Der Ausbau des Kollegs erfolgte nicht nach einem einheitlichen Gründungsplan.
Die Geschichte des Straubinger Kollegs, bzw. auch seine Baugeschichte wurden durch die Angaben in der Historia Collegii bzw. Litterae Annuae erschlossen475. Für das Straubinger Kolleg ragt in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts vor allem der auch von anderen Kollegienbauten bekannte Johannes Hörmann als Baufachmann hervor476. Hörmann entwarf die Pläne für den Kirchenumbau 1680 ff. und schuf Pläne für die Innenausstattung der Kirche »Mariä Himmelfahrt«. Darüber hinaus stammen von Hörmann die Idealpläne für die Kolleganlage und für den beabsichtigten Gymnasiumbau von 1686. Möglicherweise war Hörmann auch leitend an der Ausführung der Bauarbeiten am Kirchenumbau beteiligt. Die Ausführung der projektierten Gebäude von Gymnasium und Seminar erfolgte erst nach 1700.