1. Baugeschichte des Kolleges München
2. Die Vorgänge im Einzelnen
1. Baugeschichte des Kolleges München
In der Anfangszeit wurde das benachbarte Augustinerkloster von den Jesuiten mitgenutzt. 1575/76 erfolgte der erste Neubau der Schule. Bereits ab 1582 entstanden Planungen zum Bau der Kirche St. Michael.
Das Jesuitenkolleg München wurde ab 1583 nach einem einheitlichen Gesamtplan vollkommen neu errichtet unter besonderer Betonung des repräsentativen Erscheinungsbildes seiner Architekturen307. Die Ausführung des ersten Bauabschnittes des Kirchenbaues308 erfolgte 1583 bis 1590309. Zeitgleich wurden 1585 bis 1590 erste Kolleggebäude ausgeführt310.
Der erste Bauabschnitt von St. Michael und des Kollegbaues wurde 1583 bis 1590 unter dem Baumeister Wolf Miller ausgeführt.
Nach der Zerstörung des Chores durch einen Turmeinsturz beschloss Wilhelm V., die Kirche in einem zweiten Bauabschnitt (1590 bis 1597) um das Querhaus und den Chor zu erweitern. Diesen Erweiterungswünschen lagen vor allem Motive zugrunde, welche auf die Steigerung der Repräsentativität, Einheitlichkeit und nicht zuletzt der Schönheit des neuen Kirchenbaues abzielten. Im Zusammenhang mit der Erweiterung der Kirche stand auch der Plan Wilhelms V. zur Errichtung einer Kirchenkuppel über der Vierung und eines zentral in der Vierung gelegenen Grabdenkmals aus Bronze311. Die Ausführung des Kirchenbaues von St. Michael wurde mit der Weihe am 6. Juli 1597 abgeschlossen.
Im Zuge der Erweiterung des Chores der Kirche wurde im Jahr 1590 die erst 1576 erbaute Schule abgerissen. Die neuen Klassenräume wurden in einem Trakt des gleichzeitig mit dem Kirchenbau errichteten Kollegiums untergebracht.
Der Baukomplex des Kolleges München und der Kirche St. Michael hob sich durch seine geschlossene, regelmässig angelegte Gesamtanlage und sein repräsentative Gestaltung in auffallender Weise von der spätmitelalterlichen Bebauung der Bürgerstadt ab312.
Zur Baugeschichte des Kolleges München und von St. Michael siehe auch die einschlägig vorhandene Spezialliteratur zum Thema.